Eine Kreuzstich-Vorlage zu lesen ist schnell erklärt: Die Vorlage ist ein Raster, in dem ein Kästchen einem vollen Stich entspricht. Jede Farbe hat ein eigenes Symbol, und der DMC-Schlüssel nennt die Garnnummer hinter jedem Symbol. Dicke Linien teilen das Raster in Zehnerblöcke, Pfeile am Rand markieren die Mitte. Also: Mitte suchen, Schlüssel prüfen und in Zehnerschritten zählen statt Kästchen für Kästchen.

Im Folgenden steht, was die Datei tatsächlich enthält, wie die Nummerierung funktioniert, was die zusätzlichen Markierungen bedeuten und worauf es beim Drucken ankommt.

Was in einer Stickvorlage als PDF steckt

Eine digitale Vorlage ist kein einzelnes Bild, sondern mehrere Dokumente in einer Datei, jedes mit eigener Aufgabe. Die Vorlagen von Stitching Stories by Alina enthalten üblicherweise eine farbige Version, eine schwarz-weiße Symbolversion, den DMC-Schlüssel und Stoffempfehlungen.

Die Infoseite am Anfang beantwortet alles, was vor dem ersten Stich aufkommt: wie viele Stiche breit und hoch das Motiv ist, welche Maße sich bei verschiedenen Count-Werten ergeben und wie viele Farben im Spiel sind. Mit dieser Seite beginnt man, nicht mit dem hübschen Farbbild.

Teil der DateiWas darauf stehtWann er nützlicher ist
InfoseiteStichzahl, Fertigmaß auf Count 14/16/18, Farbanzahl, StoffempfehlungenVor dem Kauf von Stoff und Garn
Farbige VorlageFarbig gefüllte Kästchen, jeweils mit Symbol darinWenn Sie Aufbau und Farbgrenzen schnell erfassen wollen
Schwarz-Weiß-VorlageDasselbe Raster, nur Symbole auf WeißBei ähnlichen Farbtönen oder beim Druck zu Hause
DMC-SchlüsselSymbol, Garnnummer, Stichzahl dieser FarbeBeim Einkauf und beim Nachkauf einzelner Farben
SeitenübersichtWie die gedruckten Blätter aneinanderstoßenZu Beginn einer großen mehrseitigen Arbeit

Raster und Nummerierung Schritt für Schritt

Ein Kästchen im Raster ist ein voller Kreuzstich. Ein leeres Kästchen bedeutet, dass der Stoff dort frei bleibt — das gehört zum Entwurf und ist keine Drucklücke.

Die dicken Linien alle zehn Kästchen sind der beste Schutz vor Zählfehlern. „Eins, zwei, drei … siebzehn" ist unzuverlässig, „anderthalb Blöcke plus sieben" dagegen nicht. Erfahrene Stickerinnen zählen in Zehnern, nicht in Einzelkästchen.

An den Rändern stehen Zeilen- und Spaltennummern, Pfeile markieren die Mitte des Motivs. Diese Mitte entspricht der, die Sie auf dem Stoff markiert haben, als Sie ihn zweimal gefaltet haben. Bei einer ungeraden Kästchenzahl gibt es ein einzelnes Mittelkästchen; bei gerader Zahl liegt die Mitte auf einer Linie dazwischen, und Sie können von einem der beiden Nachbarn starten.

Mehrseitige Vorlagen und der Druck

Große Motive passen nicht auf ein Blatt, deshalb werden sie mit einer Überlappung von ein bis zwei Reihen auf mehrere Seiten verteilt. Die Überlappung sorgt dafür, dass an der Naht keine Stiche verschwinden: Dieselben Kästchen erscheinen absichtlich auf zwei Seiten. Prüfen Sie die Seitenübersicht und beschriften Sie die Blätter sofort, bevor sie auf dem Tisch verteilt liegen.

Wählen Sie im Druckdialog 100 % Maßstab statt „an Seite anpassen". Skalierung staucht die Kästchen, und die Nahtstellen passen nicht mehr zusammen. Schneidet der Drucker einen Rand ab, verkleinern Sie die Ränder im Treiber, nicht das Dokument.

Symbole in der Vorlage und der DMC-Farbschlüssel

Ein Symbol verweist auf eine bestimmte Garnnummer. Vorlagen werden auch schwarz-weiß gedruckt und auf Bildschirmen unterschiedlichster Helligkeit betrachtet, deshalb ist Farbe allein kein verlässliches Erkennungsmerkmal — ein Symbol dagegen immer.

Der DMC-Schlüssel ordnet jedem Symbol eine Garnnummer zu, meist zusammen mit der Stichzahl dieser Farbe. Damit lässt sich der Verbrauch abschätzen: Ein Docken hat rund 8 Meter, mit zwei Fäden auf Count 14 reicht das für etwa 1.500–1.800 Stiche, sodass bei kleineren Motiven meist ein Docken pro Farbe genügt.

Manchmal stehen zwei Nummern durch einen Schrägstrich getrennt in einem Kästchen. Das ist ein Blend: je ein Faden zweier Farben kommt gemeinsam in die Nadel und ergibt einen Zwischenton, den es in der DMC-Palette nicht gibt.

Wozu die Schwarz-Weiß-Version dient

Die Symbolvorlage löst zwei Probleme. Erstens Verläufe: Drei oder vier nah beieinanderliegende Töne verschwimmen in der Farbversion zu einer Fläche. Zweitens den Heimdruck — Farben verschieben sich auf fast jedem Bürodrucker, Symbole kommen dagegen gleichbleibend scharf heraus.

Backstitch, Teilstiche und Knötchen

Neben gefüllten Kästchen finden sich Linien und kleine Markierungen. Eine Linie entlang der Kästchenkante ist der Backstitch, der Rückstich: Er wird mit einem Faden nach allen Kreuzen gestickt und liefert Konturen und feine Details. Ein Dreieck in einer halben Kästchenfläche steht für einen Teilstich, der diagonale Kanten glättet. Ein Punkt oder Kreis markiert meist einen Knötchenstich, dessen Garnnummer separat im Schlüssel steht.

Wenn die Stiche selbst noch neu sind, sehen Sie sich zuerst an, wie der Kreuzstich entsteht und wie man den Faden ohne Knoten befestigt — danach liest sich die Vorlage deutlich schneller.

Die fertige Größe aus der Vorlage berechnen

Es gibt nur eine Formel: Stichzahl durch Count ergibt das Maß in Zoll, mal 2,54 ergibt Zentimeter. Ein Motiv mit 120×150 Stichen auf Aida 14 misst 8,6×10,7 Zoll, also rund 21,8×27,2 cm. Auf Count 16 fällt dasselbe Motiv ein Viertel kleiner aus, auf Count 11 spürbar größer.

Rechnen Sie je 5–7 cm Stoff an allen Seiten für Rahmen und Einrahmung dazu. Nach dem Kauf bleibt die Datei in Ihrem Download-Bereich verfügbar, ein zweiter Ausdruck ist also jederzeit möglich — praktisch, wenn das erste Exemplar nach einem halben Jahr Gebrauch abgegriffen ist.

Checkliste für die Arbeit mit der Vorlage

  • Infoseite gelesen, Maß und Count mit dem vorhandenen Stoff abgeglichen.
  • Druck mit 100 % Maßstab, „an Seite anpassen" deaktiviert.
  • Blätter nach Seitenübersicht beschriftet, Überlappung gefunden.
  • Mittelpfeile auf dem Ausdruck markiert.
  • DMC-Schlüssel mit dem eigenen Garn abgeglichen, fehlende Nummern notiert.
  • Methode zum Abhaken gewählt: Marker, Bleistift oder Klarsichtfolie über der Vorlage.
  • Backstitch-Linien und Teilstiche vorab gefunden, damit Konturen nicht neu gemacht werden müssen.
  • Zweitausdruck oder die Datei auf dem Tablet griffbereit, falls dem Ausdruck etwas zustößt.

Am schnellsten gewöhnt man sich an Symbole, wenn man beide Versionen eines Motivs nebeneinander sieht: ein Beispiel für eine farbige Vorlage aus dem Katalog und ein Motiv mit schwarz-weißer Symbolversion. Im Katalog gibt es weitere Motive, bei denen dasselbe Seitenpaar zu sehen ist.