Kreuzstich für Anfänger beginnt mit fünf Dingen: Aida-Stoff mit 14 Count, DMC-Garn, einer stumpfen Sticknadel Größe 24, einer kleinen Schere und einer überschaubaren Vorlage. Danach folgen drei Handgriffe: Stoffmitte suchen, den Faden ohne Knoten befestigen und den ersten Kreuzstich aus zwei Diagonalen sticken. Wählen Sie für den Anfang ein kleines Motiv mit 5–12 Farben — ein fertiges Werk motiviert mehr als jede Theorie.
Unten stehen die konkrete Einkaufsliste, die Fachbegriffe in einfacher Sprache und eine Reihenfolge, die sich mit jeder späteren Vorlage wiederholen lässt.
Was Sie zum Start brauchen: Material für Kreuzstich
Die Grundausstattung ist günstig und in fast jedem Handarbeitsladen erhältlich. Die einzige Regel, die sich lohnt: vor dem ersten Projekt nichts Überflüssiges kaufen. Die Hälfte der scheinbar unverzichtbaren Dinge wird erst beim dritten oder vierten Werk wirklich nützlich.
Aida-Stoff und was „Count" bedeutet
Aida ist ein Baumwollstoff, dessen Bindung deutlich sichtbare Quadrate mit fertigen Löchern an den Ecken bildet. Die Nadel geht genau in diese Löcher, sodass einzelne Gewebefäden nicht gezählt werden müssen. Genau deshalb ist Aida der übliche Ausgangspunkt.
Count ist die Anzahl der Quadrate pro Zoll (2,54 cm). Aida 14 hat 14 Quadrate pro Zoll: groß genug, um sie ohne Lupe zu sehen, klein genug, damit das fertige Bild nicht grob wirkt. Aida 11 hat größere Quadrate und hilft, wenn die Augen schnell ermüden. Aida 16 und 18 sind feiner — dorthin wechselt man, wenn die Hand den Rhythmus kennt.
DMC Garn und die Anzahl der Fäden
DMC-Stickgarn besteht aus Baumwolle und hat eine feste Farbnummerierung. Ein Docke besteht aus sechs dünnen Fäden, die sich leicht trennen lassen. Auf Aida 14 stickt man meist mit zwei Fäden, auf Aida 11 mit drei, auf Aida 18 mit einem bis zwei.
Die Nummerierung macht Farben wiederholbar. In der Vorlage steht nicht „blau" oder „grün", sondern 310, 3799, blanc. In einem Jahr kaufen Sie dieselbe Nummer nach, und der Ton passt zu dem, was bereits im Korb liegt.
Nadel, Stickrahmen und Kleinkram
Für Zählstickerei nimmt man eine Sticknadel mit stumpfer Spitze — Größe 24 für Aida 14. Die stumpfe Spitze findet das Loch, statt die Gewebefäden zu spalten. Ein Stickrahmen hält die Spannung gleichmäßig; ohne ihn zieht sich der Stoff zusammen und die Stiche werden unterschiedlich groß. Dazu kommen eine kleine Schere mit spitzen Klingen und ein möglichst einfacher Organizer: ein Kartonstreifen mit gelochten Öffnungen und den notierten DMC-Nummern genügt.
| Material | Was für das erste Projekt sinnvoll ist | Wozu es dient |
|---|---|---|
| Aida-Stoff | 14 Count, weiß oder creme, etwa 20×25 cm | Klare Quadrate mit fertigen Löchern — kein Zählen von Gewebefäden |
| DMC-Garn | Nur die Farben aus dem Vorlagenschlüssel, meist 5–12 Docken | Feste Nummerierung: derselbe Ton lässt sich jederzeit nachkaufen |
| Nadel | Sticknadel Größe 24, stumpfe Spitze | Spaltet weder Stoff noch Faden und trifft das Loch zuverlässig |
| Stickrahmen | Kunststoff oder Holz, 10–15 cm | Gleichmäßige Spannung — alle Stiche bleiben gleich groß |
| Schere | Klein, mit spitzen Klingen | Sauberer Schnitt dicht an der Arbeit, ohne stehende Fadenreste |
| Organizer | Kartonstreifen mit Löchern und beschrifteten Nummern | Die Farben bleiben zwischen den Sticksitzungen zuordenbar |
| Vorlage | PDF mit 5–12 Farben, etwa bis 100×100 Stiche | Ein kleiner Umfang wird fertig, statt auf halber Strecke liegen zu bleiben |
Der erste Kreuzstich: so gehen Sie vor
Die Reihenfolge ist bei jedem Motiv gleich — von der winzigen Biene bis zur großen Landschaft.
- Fertige Größe berechnen. Teilen Sie die Stichzahl durch den Count. Ein Motiv mit 70×90 Stichen auf Aida 14 misst 5×6,4 Zoll, also rund 12,7×16,3 cm.
- Stoff mit Zugabe zuschneiden. Rechnen Sie je 5–7 cm an allen Seiten dazu — Platz für den Rahmen und für das spätere Einrahmen.
- Kanten sichern. Overlock, Zickzack mit der Nähmaschine oder einfaches Malerkrepp rundherum. Unbehandelter Aida franst schon nach einer Woche aus.
- Stoffmitte finden. Falten Sie den Stoff zweimal in der Hälfte und markieren Sie den Schnittpunkt mit einem Kontrastfaden. Auf der Vorlage zeigen Pfeile am Rand dieselbe Mitte.
- Faden ohne Knoten befestigen. Knoten erzeugen Beulen unter dem Stoff. Am einfachsten ist bei gerader Fadenzahl der Schlaufenstart: einen langen Faden zur Hälfte falten, beide Enden einfädeln und beim ersten Stich die Nadel von hinten durch die eigene Schlaufe ziehen.
- In der Mitte beginnen. Ein Zählfehler bleibt dort korrigierbar, während ein Start am Rand meist bedeutet, dass das Motiv nicht mehr passt.
Fehler, die sich leicht vermeiden lassen
- Fäden länger als 45 cm verdrehen sich und fransen noch vor dem Ende der Reihe.
- Der Start am Rand statt in der Mitte ist der häufigste Grund, warum ein Motiv nicht passt.
- Unterschiedliche Richtungen der oberen Stiche lassen die Fläche im Licht fleckig wirken.
- Zu festes Anziehen verzieht den Stoff, und die Quadrate verrutschen optisch.
Kreuzstich sticken: die Grundtechnik
Ein Kreuzstich besteht aus zwei diagonalen Stichen in einem Quadrat. Führen Sie die Nadel unten links nach oben und oben rechts nach unten — das ergibt ein „/". Dann unten rechts hoch und oben links hinunter, sodass ein „\" darüberliegt. Entscheidend ist, dass der obere Stich in der gesamten Arbeit in dieselbe Richtung zeigt.
Liegen mehrere Stiche derselben Farbe in einer Reihe, arbeiten Sie in zwei Durchgängen: erst alle „/" von links nach rechts, dann auf dem Rückweg alle „\" darüber. Das spart Garn und macht die Reihe gleichmäßiger. Einzelne Stiche zwischen anderen Farben werden komplett gestickt.
Achten Sie auf die Rückseite: Sprünge über zwei bis drei Zentimeter besser abschneiden und den Faden unter fertigen Stichen neu befestigen, denn lange Spannfäden schimmern durch den Stoff, besonders bei hellem Aida. Feine Konturen sind gesondert eingezeichnet — das ist Backstitch, der Rückstich, mit einem Faden nach allen Kreuzen gestickt. Eine Schritt-für-Schritt-Erklärung von Stich und Fadenbefestigung steht in einem eigenen bebilderten Bereich.
Eine PDF-Vorlage richtig lesen
Eine Vorlage ist ein Raster, in dem jedes Kästchen einem Stich entspricht. Dickere Linien teilen die Fläche in Blöcke von 10×10 Kästchen — daran zählt man zuverlässig weiter. Pfeile am Rand markieren die Mitte, an der Sie begonnen haben.
Jede Farbe hat ein eigenes Symbol, und der DMC-Schlüssel ordnet jedem Symbol eine Garnnummer zu. Die Vorlagen von Stitching Stories by Alina enthalten im PDF üblicherweise eine farbige Version, eine schwarz-weiße Symbolversion, den DMC-Schlüssel und Stoffempfehlungen. Die Schwarz-Weiß-Variante hilft immer dann, wenn zwei Abstufungen einer Farbe am Bildschirm kaum unterscheidbar sind.
Alle Motive sind von Hand gezeichnet, nicht automatisch aus Fotos konvertiert: Die Farbanzahl bleibt kontrolliert, und einzelne Streupixel, wie sie bei maschineller Umwandlung entstehen, landen gar nicht erst im Raster. Die Dateien kommen digital über Etsy — Einzelheiten zu Formaten und Download sind in den Antworten auf häufige Fragen gesammelt.
Checkliste vor dem ersten Stich
- Vorlage ausgedruckt oder am Bildschirm geöffnet, Mittelpfeile gefunden.
- Stoff mit 5–7 cm Zugabe an jeder Seite zugeschnitten.
- Kanten mit Overlock, Zickzack oder Klebeband gesichert.
- Farben mit dem DMC-Schlüssel abgeglichen und im Organizer beschriftet.
- Nadel Größe 24 und Schere in Reichweite.
- Licht kommt von der Seite, nicht von hinten — die Hände beschatten das Raster nicht.
- Richtung des oberen Stichs festgelegt und notiert (zum Beispiel immer „\" oben).
- Die ersten Stiche sitzen in der Mitte, nicht am Rand.
- Eine kleine Vorlage liegt bereit — etwa eines der kompakten Motive aus der Kategorie „Mini" oder ein anderes bis rund 100×100 Stiche.
Wenn das Material bereitliegt, fehlt nur noch das Motiv. Für den Einstieg passt etwas Kleines und Abgeschlossenes — eine Mini-Vorlage für ein paar Abende, bei der das Ergebnis sofort sichtbar wird.