Kurz gesagt: Aida 14 passt fast allen am Anfang, Count 16 macht dieselbe Vorlage rund 12 % kleiner und gibt Details etwas feiner wieder, Count 18 verkleinert die Arbeit um ein weiteres Viertel und verlangt gutes Licht. Der Unterschied zwischen Aida 14, 16 und 18 liegt allein in der Zahl der Kästchen pro Zoll. Die Vorlage selbst ändert sich nicht — Fertigmaß, Garnverbrauch und Augenbelastung dagegen schon.
Im Folgenden: wie der Count die Größe beeinflusst, wann feinerer Stoff wirklich hilft und wann er nur ermüdet, und drei Fragen, die vor dem Kauf zu beantworten sind.
Was Count bedeutet und wie er das Fertigmaß verändert
Count ist die Anzahl der Kästchen pro Zoll, also pro 2,54 cm. Aida 14 hat vierzehn davon, Aida 18 achtzehn. Je höher die Zahl, desto kleiner die Kästchen und desto weniger Platz braucht dasselbe Motiv.
Eine Formel genügt: Stichzahl durch Count ergibt Zoll, mal 2,54 ergibt Zentimeter. So verhält sich ein Motiv mit 100×140 Stichen:
| Stoff | Kästchen pro Zoll | Maß bei 100×140 Stichen | Fäden | Nadel | Für wen geeignet |
|---|---|---|---|---|---|
| Aida 14 | 14 | 18,1×25,4 cm | 2 | Größe 24 | Anfänger und alle, die in langen Sitzungen sticken |
| Aida 16 | 16 | 15,9×22,2 cm | 2 | Größe 24–26 | Wer kompakter arbeiten will, ohne Gewohnheiten umzustellen |
| Aida 18 | 18 | 14,1×19,8 cm | 1–2 | Größe 26 | Erfahrene, feine Details und Miniaturen |
Ein Punkt bleibt wichtig: Die Stichzahl ändert sich nicht. Auf Count 18 sticken Sie dieselben vierzehntausend Stiche, nur auf kleinerer Fläche — die Arbeit geht nicht schneller, auch wenn sie kompakter aussieht. Das Tempo hängt an der Stichzahl, nicht an der Stoffgröße.
Aida 14: der Allrounder für den Anfang
Count 14 ist nicht aus Tradition der häufigste Stoff, sondern aus praktischen Gründen. Die Kästchen sind auch abends ohne Anstrengung zu sehen, zwei Fäden decken den Stoff vollständig, und ein Fehler lässt sich leicht auftrennen, weil die Stiche groß sind und der Fadenverlauf sichtbar bleibt.
Die Kehrseite: Große Motive brauchen auf Count 14 erheblich Platz. Ein Entwurf mit 250×300 Stichen ergibt eine Arbeit von etwa 45×54 cm, für die ein Rahmen nötig wird und kein Stickring mehr genügt. Feine Details — ein Vogelauge, dünne Zweige, Schriftzüge — wirken auf großen Kästchen grob, weil schlicht zu wenige „Pixel" zur Verfügung stehen.
Aida 16 und 18: wann sich ein feinerer Count lohnt
Count 16 — der vorsichtige Schritt
Count 16 verkleinert die Arbeit um etwa zwölf Prozent und verändert die Gewohnheiten kaum: Dieselben zwei Fäden decken meist zuverlässig, Nadel 24 oder 26 passt. Eine sinnvolle Wahl, wenn Count 14 grundsätzlich passt, ein bestimmtes Motiv aber nicht in den vorhandenen Rahmen will.
Count 18 — für Details und Miniaturen
Count 18 verkleinert dieselbe Vorlage um rund ein Viertel. Der Gewinn liegt weniger in der Kompaktheit als in der Auflösung: Backstitch-Konturen sitzen präziser, Teilstiche wirken sauberer, und Verläufe aus nah beieinanderliegenden Tönen zerfallen nicht mehr in sichtbare Stufen.
Der Preis dafür ist Aufmerksamkeit. Die Kästchen sind klein, also braucht es seitliches Licht und mitunter eine Lupenleuchte, und die Deckung will erprobt sein: Mit zwei Fäden wird die Fläche dicht, aber etwas aufgepolstert, mit einem Faden leichter, dafür kann der Stoff durchschimmern. Am verlässlichsten ist ein Probequadrat von zehn mal zehn Stichen auf einem Rest, bei Tageslicht geprüft.
Welcher Aida-Stoff für Kreuzstich: drei Fragen vor dem Kauf
Statt nach einer allgemeingültigen Antwort zu suchen, beantworten Sie besser drei konkrete Fragen.
Wie lange sticken Sie beschwerdefrei, und wie ist Ihr Licht? Wenn eine Abendsitzung ein bis zwei Stunden unter der Schreibtischlampe dauert, schonen Count 14 oder 16 sowohl Augen als auch Freude an der Sache. Feiner Stoff bei schwachem Licht macht aus dem Hobby schnell Arbeit.
Ist die Größe an einen Rahmen gebunden? Wenn der Rahmen schon gekauft oder der Platz an der Wand festgelegt ist, wird der Count zum Anpassungswerkzeug. Rechnen Sie das Maß für 14, 16 und 18 aus und nehmen Sie das, was mit Reserve für ein Passepartout hineinpasst.
Was überwiegt im Motiv? Große Farbflächen — botanische Silhouetten, Geometrie, Schrift — wirken auch auf Count 14 gut. Viel Kontur, kleine Details und weiche Übergänge kommen auf Count 16 bis 18 besser zur Geltung. Wenn die Stiche selbst noch neu sind, sehen Sie sich zuerst an, wie der Kreuzstich entsteht und wie man den Faden befestigt, und wechseln Sie erst danach zu feinerem Stoff.
Zur Farbe: Weiße und cremefarbene Aida bleiben gegenüber jeder Palette neutral, dunkler Stoff verlangt dichtere Deckung und bietet beim Zählen weniger Kontrast. Und falls Sie mit Evenweave oder Leinen liebäugeln — als Faustregel entspricht Count 28 über zwei Gewebefäden ungefähr der Dichte von Aida 14.
Checkliste vor dem Stoffkauf
- Stichzahl der Vorlage von der Infoseite des PDFs notiert.
- Fertigmaß für 14, 16 und 18 berechnet, nicht nur für eine Variante.
- Auf das gewählte Maß je 5–7 cm pro Seite für Rahmen und Einrahmung addiert.
- Nadelstärke zum Count passend gewählt: 24 für Count 14, 24–26 für 16, 26 für 18.
- Fadenzahl mit einem Probequadrat geprüft, falls der Count neu für Sie ist.
- Stofffarbe nach der Palette ausgesucht, nicht umgekehrt.
- Beleuchtung am Arbeitsplatz ehrlich eingeschätzt — sie ist die eigentliche Grenze bei Count 18.
- Für den ersten Versuch mit feinem Count ein kleines Motiv gewählt, etwa aus der Kategorie „Mini".
Am einfachsten entscheidet man anhand konkreter Zahlen. Öffnen Sie eine beliebige Vorlage und sehen Sie sich auf der Infoseite das berechnete Maß für 14, 16 und 18 an: Bei großen Motiven wie Landschaften oder Naturmotiven misst sich der Abstand zwischen den Counts nicht in Millimetern, sondern in ganzen Zentimetern.